| www.die-loburg.de | Sonntag, 5. 37 2012 |

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Zur Begrüßung ein herzliches Willkommen durch die ErzieherInnen, das Namensschild an der Tür, die Sonnenblume auf dem Zimmer. Das zweite Zuhause wird bezogen.
Auch eine nette Geste: ein Händedruck, eine Blume zur Begrüßung im ersten Internatsgottesdienst.
Diese Zeichen sind die ersten Schritte, damit das Leben im Internat gelingen kann, willkommen und angenommen sein.
Über 100 Jugendliche, Jungen und Mädchen wohnen im Internat in den entsprechenden Jahrgangsstufen zusammen. Kinder aus 15 Nationen unter dem Dach des Internates vereint. Jugendliche aus aller Herren Länder.
Für uns interne Loburger gehe es nun auch darum, Teamgeist zu entwickeln und Fairplay einzuüben, so unser Diakon; damit das Zusammenleben gelingen könne. Gemeinsam seien wir auf dem Weg, um unsere Ziele zu erreichen.
Im Internat ist es nun einmal anders als zu Hause. Die Kinder leben mit Gleichaltrigen unter einem Dach, da ist quirliges Leben. Wie kann Gemeinschaft gelingen, bei so vielen Charakteren, bei so vielen Nationalitäten? Sind die Erzieher nicht überfordert?
Klare Strukturen bilden für alle einen verlässlichen Rahmen, an dem wir uns im Internat orientieren, das schafft Vertrauen und gibt Sicherheit. Geweckt wird um 6.45 Uhr, bei den Mädchen etwas früher, es folgen Frühstück, Schule, Mittagessen. Erholung.
Die Frage nach der Anfertigung der Hausaufgaben und dem Lernen muss nicht jeden Tag neu gestellt und diskutiert werden. Nach dem Kaffeetrinken um 16.00 Uhr ist es an der Zeit zu studieren, die Hausaufgaben anzufertigen. Und auch die Zeitvorgabe ist eine Hilfe, ich nehme mir Zeit, mich auf den Unterricht des nächsten Tages gründlich vorzubereiten.
Nach dem Abendessen
bleibt dann Zeit für die AG , für die Hobbies. Fast 30 AGs leiten die Erzieher des Internates, dazu gibt es die AG´s und Kurse, die die Lehrer anbieten. Für jeden sollte etwas dabei sein, so dass er seine zwei Pflichtkurse wählen kann. Nach einem abwechslungsreichen Tag heisst es dann je nach Altersstufe zu unterschiedlichen Zeiten: „Gute Nacht“.
Das Internat der Loburg versteht sich als Ergänzung des Familien- und Schulsystems. Erfolgte die Unterbringung im Internat früher aus geographischem Interesse (weite Schulwege) so sind es heute eher soziale Interessen wie Berufstätigkeit und familiäre Strukturen, die eine Internatserziehung sinnvoll erscheinen lassen. Unser Internat stellt sich für viele als Bereicherung der Ausbildung dar, mit dem entsprechenden Know How für die Gestaltung des Lernen und des sozialen Umfeldes. Folglich ist die Loburg eine Bildungseinrichtung, in der das soziale Umfeld gestaltet und nicht dem Zufall überlassen wird. Der gestaltete Rahmen ermöglicht mehr Kontrolle und mehr Hilfestellung je nach der individuellen Situation des einzelnen Schülers. Die engagierten Erzieher bemühen sich um die biographische Situation der SchülerInnen, um individuelle Interessen und stehen den Kindern begleitend und stützend zur Seite.
So kann sich kindgemäßes Leben und Lernen in sozialen Bezügen vollziehen.
Angesichts der gesellschaftlichen Tendenzen zur Individualisierung hat die Loburger Internatserziehung eine wichtige gemeinschaftsbildende Funktion. Unsere Kinder lernen dass zur Freiheit sowohl Eigenverantwortung als auch Verantwortung gegenüber dem gemeinsamen Ganzen der Loburg gehören. Die Loburg bildet eine Lebensgemeinschaft auf der Grundlage einer im christlichen Sinn wertorientierten Pädagogik, von gegenseitiger Achtung, Verantwortung und Sorge um die Mitglieder. Teilen, sich behaupten,
neu anfangen!
Dies muss sich im Alltag zeigen und bewähren. Felder des Einübens gibt es reichlich. Da ist z. B. das Zusammenwohnen, hier ist Rücksichtnahme erforderlich, Unstimmigkeiten müssen ausgeräumt werden, aber auch der gemeinsame Unternehmensgeist kommt nicht zu kurz. Gruppenaktivitäten, Kanutouren, Kistenklettern, die Mannschaftssportarten, das Basteln, Musizieren, Theaterspielen und vieles andere schweißen zusammen. Selbstverständlich ist, dass Rücksichtslosigkeiten im Umgang miteinander vermieden werden.
Wichtig ist uns auch, dass in einer Zeit des Wertewandels, in der vieles als überflüssig deklariert wird, das Beständige -unser Rahmen- erhalten bleibt. Heranwachsende brauchen Orientierung, und sie brauchen zu ihrer Orientierung Beispiele verantworteten Lebens.
So glauben wir, dass die Jugendlichen genügend Rüstzeug im Internat der Loburg, in ihrem zweiten zu Hause erwerben, auf dem sie weiter aufbauen können.
Sie machen wichtige Erfahrungen in ihrem persönlichen Leben und Erfahrungen vor allem im Miteinander, die für ihren weiteren privaten und beruflichen Werdegang von Bedeutung bleiben.